"Amigos de Jochen son mis amigos"
Nun ist es soweit, wir sind in Lima angekommen. Nach insgesamt 17 Stunden Reise ist es halb eins in der Nacht. Bei der Gepäckabholung sehen wir auf den Monitoren den Spruch „Viajar nos conecta con el mundo“ – Reisen verbindet uns mit der Welt. Wie passend dieser Spruch doch für unsere Weltreise ist. Und genau das lernen wir direkt hier in Lima kennen.
Über unseren Freund Jochen haben wir den Kontakt zu Ricardo und seiner Familie bekommen. Jochen hat vor 40 Jahren bei seinem Trip nach Peru Ricardos Mama und seine Schwestern kennengelernt. Seitdem besteht die Verbindung und Freundschaft zu dieser Familie. Als Jochen dann erwähnt hat, dass Freunde von ihm nach Lima kommen, hieß es direkt: Ihr kommt zu uns und wohnt bei uns. „Amigos de Jochen son mis amigos“ – Freunde von Jochen sind meine Freunde.
So kommt es, dass wir mitten in der Nacht am Flughafen von Ricardo empfangen werden. Sozusagen von einem Fremden, der uns nicht kennt und trotzdem mitten in der Nacht zum Flughafen kommt und uns abholt. Wie gastfreundlich ist das denn bitte? Wahnsinn. Davon haben wir schon viel gehört und dass uns diese Gastfreundschaft direkt am Anfang unserer Reise begegnet, ist einfach ein Traum. Die Tür geht auf und Ricardo empfängt uns wirklich direkt wie Freunde. Es ist nicht aufgesetzt, einfach authentisch und herzlich. Wir fühlen uns sofort wohl. Während der halbstündigen Fahrt zu ihm nach Hause verständigen wir uns, wie auch in den nächsten Tagen meistens, mit Übersetzungsprogrammen auf dem Smartphone. Und irgendwie klappt es ganz gut. Gleichzeitig bekommen wir unseren ersten Eindruck vom Verkehr in Lima. Wie sagt Ricardo so schön: „Chaotisch, chaotisch.“ Und ja, es ist chaotisch. Sogar mitten in der Nacht. Regeln scheint es irgendwie keine zu geben. Zuhause angekommen legen wir uns erst einmal ins Bett und versuchen, den versäumten Schlaf nachzuholen.
Unser erstes peruanisches Frühstück
Am Morgen lernen wir Melissa und Sophia kennen, Ricardos Frau und seine Tochter, eines der drei Kinder. Und direkt zum Frühstück bekommen wir unsere erste peruanische Spezialität: Tamal Criollo. Ein typisches peruanisches Frühstück aus gewürzter Maismasse, das in Mais- oder Bananenblättern gegart wird. Je nach Variante ist der Tamal zum Beispiel mit Huhn, Ei, Oliven und Erdnüssen gefüllt. Sehr lecker. Oder wie wir direkt lernen: Muy rico pe.
Morro Solar – unser erster Blick auf Lima
Im Anschluss haben wir das Glück, dass sich Ricardo und Melissa die Zeit nehmen, uns ein bisschen von Lima zu zeigen. Wir fahren zum Morro Solar in Chorrillos, einem Hügel direkt an der Pazifikküste im Süden von Lima. Von hier oben hat man einen weiten Blick über Chorrillos, die Küste und die riesige Stadt.
Und da ist er dann auch: unser erster Blick auf den Pazifik.Wir stehen oben und schauen auf Lima und das Meer vor uns. Die Sonne ist irgendwie da, aber sie kommt nicht wirklich raus. Wie wir schnell feststellen, ist das für Lima zu dieser Jahreszeit gar nicht so ungewöhnlich.
Vom Morro Solar fahren wir an der Küste entlang weiter nach La Punta. La Punta liegt ganz im Westen von Callao auf einer schmalen Halbinsel direkt am Pazifik. Ein ganz anderer Teil von Lima mit Meer, kleinen Straßen und Blick auf die vorgelagerten Inseln. Von dort geht es wieder in Richtung en casa. Und jetzt lernen wir den Verkehr von Lima erst so richtig kennen.
Für eine eigentlich kurze Strecke brauchen wir plötzlich eine Stunde. An fast jeder Ampel, an der wir halten, sehen wir Menschen, die etwas verkaufen oder versuchen, mit kleinen Kunststücken etwas Geld zu verdienen. Unser Highlight ist eine Person, die an einer roten Ampel tatsächlich eine Slackline über die Straße spannt, darauf balanciert und gleichzeitig jongliert. Und das alles so lange, bis die Ampel wieder grün wird.
Bereits in der Nacht fanden wir den Verkehr chaotisch. Am Tag und vor allem am späten Nachmittag ist es noch einmal eine ganz andere Nummer.
Unser erster Tag in Peru geht zu Ende
Zurück bei Ricardo und seiner Familie lassen wir den Abend ruhig ausklingen. Matze und Ricardo schauen noch gemeinsam Fußball. Alianza Lima spielt – einer der bekanntesten und traditionsreichsten Fußballvereine Perus. Und irgendwie passt auch das zu unserem ersten Tag. Vor nicht einmal 24 Stunden kannten wir diese Familie noch nicht persönlich. Jetzt sitzen wir zusammen in ihrem Zuhause, essen gemeinsam, unterhalten uns irgendwie mit Händen, Füßen und Smartphone und Matze und Ricardo schauen zusammen Fußball.
„Amigos de Jochen son mis amigos.“ Besser könnte man unseren ersten Tag in Peru eigentlich nicht zusammenfassen. Ein erster toller Tag geht zu Ende und wir fallen wahrscheinlich immer noch mit ordentlich Jetlag ins Bett.
Kommentare
Richi
Días maravillosos, dimos hospitalidad y recibimos mucho cariño y afecto real de ustedes. He leído todo y siento una nostalgia y a la vez una alegría que se hayan sentido a gusto en mi hogar, donde los Rivera.
Claudia Sailer
Aus Leimen wünschen wir euch eine ganz tolle Reise. Alles Gute und ganz viel Spaß wünschen Uli, Daniela und Claudia.
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